Nach Unzensuriert-Handytest: Schutz vor Schuldenfallen im Nationalrat beantragt

Der Unzensuriert-Handytest zeigte vor kurzem auf, dass in den Spezialtarifen f├╝r Kinder und Jugendliche unz├Ąhlige Kostenfallen lauern. Eltern sind immer wieder mit horrenden Rechnungen konfrontiert, wenn ihre Spr├Â├člinge die inkludierten Kontingente ├╝berschreiten. F├╝r junge Erwachsene stellen die Handyvertr├Ąge gef├Ąhrliche Schuldenfallen dar. FP├ľ-Konsumentensprecher Gerhard Deimek hat das unerfreuliche Testergebnis zum Anlass genommen, die automatische Kontrolle und Information von den Handybetreibern einzufordern.

In einem Entschlie├čungsantrag werden die Bundesminister f├╝r Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (Hundstorfer) sowie f├╝r Verkehr, Information und Technologie (Bures) aufgefordert, auf die Mobilfunkunternehmen eunzuwirken, damit k├╝nftig automatische Warnmeldungen verschickt werden, wenn 90 Prozent der Tarifkontingente an Feriminuten oder SMS verbraucht sind. Weiters sollten bei Jugendtarifen s├Ąmtliche Mehrwertdienste wie MMS, Auslandsgespr├Ąche oder ├Ąhnliches abgeschaltet sein und nur auf ausdr├╝cklichen Wunsch aktiviert werden.
Hatte es zu Beginn der Gespr├Ąche mit den anderen Parteien so ausgesehen, als ob ein Konsens f├╝r diesen Antrag erreicht werden k├Ânnte, so kam f├╝r Deimek im Ausschuss f├╝r Verkehr, Innovation und Technologie die Ern├╝chterung. ├ľVP-Telekom-Sprecherin Karin Hakl entpuppte sich als eiskalte Lobbyistin der Handybetreiber und lehnte den Schutz von Kindern und Jugendlichen in dieser Frage rigoros ab. Die Tarife seien so kalkuliert, dass einige wenige die Zeche zahlen m├╝ssen, damit die anderen g├╝nstig telefonieren k├Ânnen. Eine hohe Rechnung sei – so Hakl w├Ârtlich – ein “guter Lerneffekt”, um k├╝nftig aufmerksamer zu sein. “├ťberhaupt vermittelte Hakl den Eindruck, dass ihr Konsumentenschutz suspekt ist”, fasst Deimek die Stellungahme der ├ľVP-Politikerin zusammen.
Nachdem die SP├ľ urspr├╝nglich Zustimmung signalisiert hatte, will Deimek den Antrag nun ein weiteres Mal einbringen, um ihn diesmal im Ausschuss f├╝r Konsumentenschutz diskutieren zu lassen: “Ich hoffe doch, dass sich dort die Expertin der ├ľVP nicht so einfach ├╝ber die Interessen der Handykunden hinwegsetzt wie ihre Kollegin.”


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