FPÖ: Deimek: Vertuschen ÖBB Übergriffe auf Zugpersonal?

Utl.: Opfer werden im Stich gelassen =

Wien (OTS) – Gewalttätige Übergriffe auf Lokführer und Begleitpersonal dringen vermehrt an die Öffentlichkeit. Nach internen Statistiken soll es alleine von Januar bis Oktober 2013 zwölf schwere Übergriffe auf ÖBB-Mitarbeiter gegeben haben. Eine Zugbegleiterin musste nach einem Übergriff direkt mit der Rettung in das Krankenhaus St. Pölten eingeliefert werden. Aktuell befindet sich ein Zugbegleiter mit mehreren Knochenbrüchen und Prellungen im Krankenstand, nachdem er in Wiener Neustadt Opfer eines tätlichen Übergriffes wurde. Im Anschluss an derartige Vorfälle stehen oftmals lange Krankenhausaufenthalte, Genesungsphasen und psychische Traumata. Die Zugbegleiter und Lokführer erhalten jedoch nicht einmal Schmerzensgeld. Auch die Frage einer daraus folgenden Berufsunfähigkeit mit Gehaltseinbußen lassen die ÖBB als Arbeitgeber und die Gewerkschaft vida als Interessenvertretung offenkundig völlig kalt. Es gibt keine diesbezüglichen Regelungen.

“Wie können ÖBB-Chef Kern und Gewerkschaftschef Hebenstreit unter derartigen Bedingungen den schaffnerlosen Null-Null-Betrieb als ‘vollkommen sicher’ bezeichnen und weiter vorantreiben?”, schaltet sich der freiheitliche Nationalratsabgeordnete und Verkehrssprecher des Parlamentsklubs Gerhard Deimek ein. In der Zeitschrift “Eisenbahn Österreich” Ausgabe 9/2013 quantifiziert die ÖBB-Pressestelle Übergriffe auf Lokführer im schaffnerlosen Betrieb teilnahmslos als “äußerst geringe Anzahl”.

Die ÖBB-interne Sicherheitsgruppe “Mungos” ist nur für die Infrastruktur zuständig. Ihre Mitglieder dürfen Züge nicht betreten, da diese einem anderen Teilkonzern gehören. Deimek richtet daher an ÖBB-Führung und an Gewerkschaft vida folgende Frage: “Muss ein Zugbegleiter oder Lokführer erst auf den Bahnsteig hinausgeprügelt werden, bis ein Security-Mitarbeiter eingreifen darf?” Deimek fordert, dass sich das Verkehrsarbeitsinspektorat konkrete Zahlen vorlegen lässt und dem Unternehmen endlich wirksame Gegenmaßnahmen vorschreibt. Völlig unverständlich sei, dass lediglich in der Schnellbahngarnitur “Talent” Überwachungskameras montiert sind. “Die Anzahl von Übergriffen auf Zugpersonal durch gleichzeitige Einsparung von Begleitpersonal zu minimieren, ist der falsche Weg. Ich fordere die ÖBB auf, wirksame Maßnahmen zu erarbeiten, wie Personal und Fahrgäste besser geschützt werden können”, schließt Deimek.


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